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Glücksbringer für den Nachwuchs des EV Regensburg
Besuch bei der DNL-Nachwuchsmannschaft des EV Regensburg
REGENSBURG. Körperliche Fitness, Adrenalin und Emotionen. Genau darum geht es beim Eishockey. Zwei Berufsschulklassen im ersten Ausbildungsjahr des Schornsteinfegerhandwerks waren am Mittwoch, den 12.12.12 zu Besuch beim EVR und durften beim Training hautnah dabei sein.
Gruppenbild: Die Jugendmannschaft mit den Berufsschülern.
Stefan Schnabl (43), Trainer der Mannschaft der Deutschen Nachwuchsliga (DNL), empfing die beiden Klassen in der Donau Arena. Mit Enthusiasmus schilderte er den Schülern den straffen Wochenablauf seiner Spieler, wie viel sie opfern müssen und was es seinen Schützlingen bedeutet auf dem Eis zu stehen. Anschließend wurden den Auszubildenden ein Einblick in die Kabinen gewährt, wo sie das Team kennen lernen und Fragen stellen durften.
Trainer Stefan Schnabl, hauptamtlicher Nachwuchstrainer des EVR
„Wie die Jungs trainieren spielen sie auch.“
Henry Deuschl (18), Stürmer, stand den Schülern Rede und Antwort. Viele der Spieler im Alter zwischen 15 und 19 Jahren haben neben dem harten Alltag als Eishockeyspieler noch ihre Ausbildung oder Schule zu meistern, denn für eine Karriere im Spitzensport ist gute Schulbildung essenziell. Tägliche Trainingseinheiten und zwei Spiele am Wochenende lassen wenig Freizeit für Freunde und Familie. Da die Spieler nahezu jeden Tag zusammen verbringen und gute und schlechte Zeiten miteinander durchstehen, sind sie sich so nahe wie Brüder, sie schenken sich im Training nichts, stehen aber bei jedem Spiel für einander ein und können sich blind auf jeden Einzelnen verlassen. Allein in einem Jahr kommen die Spieler auf über 120 Trainingseinheiten, 60 Spiele und 60 Trockentrainingseinheiten. Dies sind alles aber nur selbstverständliche Voraussetzungen, um vielleicht eines Tages Spitzenathlet zu werden und sogar in den international höchsten Ligen einzusteigen. Und Trotzdem ist ein Aufstieg zum Profisportler nicht garantiert. Eine große Portion Glück ist hier der entscheidende Faktor. Laut Trainer Schnabl muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und dann das geforderte Leistungsvermögen abrufen.
Besprechung 1: Der Trainer gibt wichtige Anweisungen, um Spieltaktiken zu erörtern und Schwachstellen auszumerzen.
„Auf geht’s Buam, pack ma’s!“
So lautet der Schlachtruf des Teams, der vor jedem Spiel aus den Kabinen ertönt. Es gibt aber auch andere Rituale, die die Mannschaft mental auf bevorstehende Matches vorbereitet, sowie das Erklingen des Red Hot Chili Peppers Songs „Cant Stop“, mit dem die Jungs noch einmal die Stimmung anheizen. Diese Vorbereitung ist auch bitter nötig, denn auf dem Eis geht es richtig zur Sache. Eishockey ist schließlich auch ein waschechter Männersport. Wenn es dann in seltenen Fällen auch mal unsportlich zugeht, ergreift schon mal der Trainer das Wort und ermutigt hier und da einen seiner Schützlinge einen gegnerischen Spieler zu „packen“.
Spieler 4: DNL-Nachwuchsspieler des EVR beim Schusstraining
Die Jugendabteilung des EVR
Seit 2012 spielt die Jugendmannschaft in der Deutschen Nachwuchsliga. Dies ist die höchste Spielklasse für Jugendmannschaften. Sie messen sich zum Beispiel mit den „Jungadlern Mannheim“ oder auch den „Jungbären Berlin“, deren erste Mannschaften in der DHL spielen. Hieraus ergeben sich allerdings auch Probleme, da diese großen Teams viel mehr finanzielle Mittel und Möglichkeiten besitzen, Ihre Nachwuchsspieler zu fördern. Trainer Stefan Schnabl setzt sich jedoch mit Leib und Seele dafür ein, das Trainingsniveau hoch zu halten. Hierzu bezieht er auch aus anderen Sportbereichen spezialisierte Trainer und Coaches mit ein, um die Spieler in allen Bereichen möglichst fit zu halten und in ihrer Athletik, Kraft und Schnelligkeit Schritt für Schritt zu verbessern.
Das Tüpfelchen auf dem berühmten „i“ das dann zum Erfolg führt, ist natürlich das enorme Engagement, individuelle Einsatzbereitschaft sowie Disziplin die der Trainer von seiner Mannschaft, sowohl im Training als auch dann in den zahlreichen Spielen, die die Mannschaft in der DNL zu absolvieren hat, immer wieder einfordert.
Einen ersten, aber bleibenden Eindruck von diesen eingeforderten Tugenden konnte man bereits bei der Beobachtung des Trainings bekommen, in dem es keine Minute Leerlauf für die Spieler und auch das Betreuerteam gab.
Training statt Weihnachtsferien
Während andere Schüler vor dem Christbaum sitzen und sich die Weihnachtsgans schmecken lassen, stehen die Jungs schon wieder auf dem Eis und trainieren bis zu zweimal am Tag. Denn zum Ausruhen ist keine Zeit, wenn man bedenkt, dass die nächsten großen Spiele schon im Januar vor der Türe stehen. Am 12. Januar 2013 empfangen sie den Krefelder EV in der heimischen Donau Arena.
Vielleicht trifft man bei diesem Spiel auch den ein oder anderen Auszubildenden zum Schornsteinfeger in Regensburg an, denn viele der Kaminkehrer-Azubis waren vom Besuch beim EV Regensburg überaus begeistert und hoffen, der DNL-Mannschaft des EV Regensburg das sprichwörtliche Glück, das ein Kaminkehrer-Besuch hinterlässt, für die noch folgenden Spiele zu bringen. |